Was genau ist eigentlich REISHI ?

Einleitung 

Immer noch sorgt der Begriff Reishi bei Pilzfreunden, Züchtern, alternativen Kräuterheilern, aber auch unter Wissenschaftlern und Händlern für Verwirrung. Ein sagenumwobener Heilpilz, der angeblich auch in unseren Wäldern wachsen soll.... Was steckt wirklich dahinter?

Reishi (jap.) oder Lingzhi (chin.) sind ungeschützte und oft missbräuchlich oder irrtümlich verwendete Überbegriffe für verschiedene Lackporlings-Arten. Gemeinsame äußere Merkmale sind gestielte Pilze mit glänzender, oftmals lackiert wirkender Oberfläche. Diese einjährigen Sorten wurden deshalb taxonomisch in die Klade der laccaten Ganoderma abgeteilt.

Mittlerweile werden beide Begriffe leider mißbräuchlich für alle möglichen gelben, roten, braunen oder purpurnen Arten dieser weltweit vorkommenden Gattung benutzt.

Doch die Unterschiede sind erheblich: Wirkstoffgehalte, Wachstumsverhalten und Zuchtparameter variieren je nach Herkunft und Art stark. Seriöse Händler und Forscher legen deshalb Wert auf korrekte Artbestimmungen – zum Schutz der Konsumenten und für die Verlässlichkeit medizinischer Aussagen. 

 

Historische Einordnung 

Der Begriff „Lingzhi“ taucht bereits im Shennong Ben Cao Jing (ca. 200 n. Chr.) auf. Dort werden sechs verschiedene „Zhi“ (芝, heiliger Pilz) unterschieden, klassifiziert nach Farben: rot, blau, gelb, weiß, schwarz und violett. Schon früh galt der rote Lingzhi (Chi Zhi) als der wertvollste – der „Pilz der Unsterblichkeit“. 

Über viele Jahrhunderte war er ein Luxusgut, das in China dem Kaiserhof vorbehalten war. Wilde Funde mussten gemeldet werden, Beamte verfrachteten sie dann in die „Verbotene Stadt“. Von einigen Kaisern ist bekannt, daß sie solche Wildfunde im kaiserlichen Garten anlegen ließen, um sie als "Omen göttlicher Gunst" zu präsentieren. Andere Kaiser verfassten Gedichte, in dem der Pilz als  "Segen der Götter" beschrieben wurde.

Die ersten Züchter ab etwa 800 n. Chr. waren quasi automatisch Bedienstete des Kaisers. Wer sich weigerte, die pilzzüchtenden Würdenträger auf der Straße respektvoll zu grüßen, riskierte ein paar Stockhiebe des Dorfpolizisten - zur „Umerziehung“. So war Lingzhi nicht nur ein Heilmittel, sondern auch schon früh ein Symbol politischer und spiritueller Macht. 

In Japan ist die Nutzung von Lackporlingen, dort Reishi oder Mannentake genannt, ebenfalls seit Jahrhunderten bekannt. Der Pilz wurde in der japanischen Volksmedizin (Kampo) als Heilmittel geschätzt, das Körper und Geist harmonisiert. Historisch betrachtet wurde Reishi in Japan vor allem in den kaiserlichen Höfen und Klöstern hoch verehrt. Die ersten schriftlichen Hinweise stammen aus dem 8.–9. Jahrhundert, als chinesische Medizintexte nach Japan importiert wurden (Honzō wamyō und andere Kampo-Werke). Reishi wurde hier als Mittel zur Lebensverlängerung und Stärkung des Qi beschrieben.

Reishi galt in Japan schon früh als "Pilz der Unsterblichkeit" und wertvoller Glücksbringer. Darstellungen in Kalligraphien und auf Siegeln zeigen häufig stilisierte rote Pilze als Symbol für Langlebigkeit und Gesundheit. In buddhistischen Klöstern wurde Reishi in Tees oder als Pulver konsumiert, um Meditation und geistige Konzentration zu fördern. Der Pilz erhielt so eine Doppelrolle: medizinisch und spirituell

Heute ist Reishi in Japan und China weit verbreitet kommerziell erhältlich, oft in Pulverform, Extrakt-Kapseln oder als Tee. Aber auch immer noch als Rohware in der traditionellen Kräuterapotheke. Die historische Wertschätzung hat sich zu einer modernen Kultur des Gesundheitsbewusstseins entwickelt.

Original Reishi, Pilzzucht, Reinkulturen, Petrischalen

Ganoderma sichuahense
Meine Sorte SE 041

Reishi, China-Lackporling, "Original Reishi"  Ganoderma lingzhi, Petrischale, Reinkultur, Flüssigmyzel, Flüssigbrut

Ganoderma sichuahense
Meine Sorte SE 168

Reishi, China-Lackporling, "Original Reishi"  Ganoderma lingzhi, Petrischale, Reinkultur, Flüssigmyzel, Flüssigbrut

Ganoderma sinense
Meine Sorte SE 188

Reishi, China-Lackporling, "Original Reishi"  Ganoderma lingzhi, Petrischale, Reinkultur, Flüssigmyzel, Flüssigbrut

Ganoderma multipileum
Meine Sorte SE 047

Taxonomisches Durcheinander 

Über Jahrhunderte wurde Lingzhi/Reishi in der westlichen Literatur fälschlich mit Ganoderma lucidum gleichgesetzt - leider hält sich der Mythos bis heute.
Der Grund: In Zeiten ohne DNA-Coding haben westliche Taxonomen jedem asiatischen Lackporling einfach das Schild "lucidum" aufgeklebt, sie konnten es nicht besser wissen. Diese voreilige und falsche Deklaration wurde dann von einer Wissenschaftler-Generation an die nächste weitergereicht, bis ein Wissenschaftler-Team um Florian Hennecke 2016 für die endgültige Aufklärung sorgte.

Der Effekt dieser Anhaftung an alte Namenskonventionen spiegelt sich vor Allem in den heutigen Handelsprodukten wieder.  Viele Produkte aus China, die wirklich echten Reishi, also Ganoderma sichuahense enthalten, werden wegen der besseren Vermarktbarkeit als Ganoderma lucidum ausgegeben. Andere ahnungs- oder gewissenlose Händler verkaufen Ihnen Pulver von Ganoderma lucidum, kleben aber dreist ein "Reishi"-Schild darauf.

Tatsächlich stammt G. lucidum aus Europa und ist dort weit verbreitet. In China kam und kommt diese Art nur in sehr begrenzten westlichen Regionen vor, weiter ostwärts oder auf den japanischen Inseln oder Formosa gar nicht. In den großen chinesischen Anlagen erzeugt man schon immer meistens
G. sichuahense, den originalen Reishi. Oder nah verwandte asiatische Stämme. Aber nicht G. lucidum.

Moderne DNA-Analysen wie z.B. in der angesprochenen Studie von Hennecke et.al.(2016) (LINK auf ScienceDirect) zeigen klar: 

  • Ganoderma lucidum ist eine europäische Art, deren östlichstes Verbreitungsgebiet Westchina erreicht.
  • Der „echte Reishi“ der asiatischen Tradition entspricht hingegen anderen Arten,
    vor allem Ganoderma sichuanense (syn. G. lingzhi)   
  • Ganoderma lucidum und Ganoderma sichuahense haben unterschiedlich

        hohe Gehalte an wirksamen Inhalten.

Daneben gelten auch andere asiatische Arten wie G. sinense, G. formosanum, G. multipileum oder   
G. neo-japonicum als historische Lingzhi/Reishi-Kandidaten.
Allen gemeinsam ist ihr mehr oder weniger bitterer Geschmack, der in klassischen Kräutertexten ausdrücklich erwähnt wird. Tatsächlich erhalten Sie in keiner chinesischen Kräuterapotheke einen Reishi, der nicht wirklich bitter ist. Europäischer Ganoderma lucidum ist hingegen nahezu unbitter – ein klarer Hinweis, dass er nie gemeint sein konnte. 

Ganoderma lucidum, Glänzender Lackporling, Europäischer Reishi, Reinkultur, Petrischale, Flüssigbrut, Flüssigmyzel, Flümy

Ganoderma lucidum
Meine Sorte SE 043

Ganoderma lucidum, Glänzender Lackporling, Europäischer Reishi, Reinkultur, Petrischale, Flüssigbrut, Flüssigmyzel, Flümy

Ganoderma lucidum
Meine Sorte SE 043

Ganoderma lucidum
Meine Sorte SE 053

Ganoderma lucidum, Glänzender Lackporling, Europäischer Reishi, Reinkultur, Petrischale, Flüssigbrut, Flüssigmyzel, Flümy

Ganoderma lucidum
Meine Sorte SE 044

Vielfalt in Europa

Außer dem Glänzenden Lackporling gibt es bei uns weitere interessante Lackporlinge,
die aber nicht alle zu den laccaten Sorten gerechnet werden, da mehrjährig 
und nicht glänzend.


  •  G. carnosum (Tannen-Lackporling- glänzt und macht Stiele).
  •  G. valesiacum (Walisischer Lackporling- glänzt und macht Stiele)
  •  G. pfeifferi (Kupferroter Lackporling- glänzt und macht Stiele).
  •  G. resinaceum (Harziger Lackporling- glänzt, aber keine Stiele)
  •  G. applanatum (Flacher Lackporling- glänzt nicht, keine Stiele)
  •  G. adspersum / G. australe (Wulstiger Lackporling- glänzt nicht, keine Stiele)


Sie sind pharmakologisch teils vielversprechend, aber in der Zucht meist langsamer oder schwieriger. Wildfunde sind hingegen oft von Insekten befallen, was ihre medizinische Nutzung einschränkt.

Ganoderma resinaceum, Harziger Lackporling, Reinkultur, Petrischale, Flüssigbrut, Flümy, Pilzzucht

Ganoderma resinaceum
Meine Sorte SE 052

Ganoderma pfeifferi

Ganoderma applanatum, Flacher Lackporling, Reinkultur, Petrischale, Flüssigbrut, Flümy, Pilzzucht

Ganoderma applanatum
Meine Sorte: SE 036

Ganoderma carnosum, Tannen-Lackporling, Reinkultur, Petrischale, Flüssigbrut, Flümy, Pilzzucht

Ganoderma carnosum
Meine Sorte: SE 045

Reishi in der "neuen Welt"

Neben den asiatischen und europäischen Lackporlingen existieren zahlreiche nordamerikanische Arten, die dem Reishi-Begriff nahestehen, ich beschränke mich auf die laccaten Sorten.



Viele dieser Arten sind genetisch näher mit den asiatischen Reishi-Arten verwandt 
als die meisten europäischen Vertreter. Auch sie enthalten pharmakologisch interessante Inhaltsstoffe.

Ganoderma oregonese, Oregon-Lackporling, Pilzzucht, Reinkultur, Petrischale

Ganoderma oregonese
Meine Sorte: SE 049

Ganoderma sessile, Amerikanischer harziger Lackporling, Reinkultur, Petrischale, Flüssigmyzel, Flüssigbrut, Flümy, Pilzzucht

Ganoderma sessile
Meine Sorte: SE 051

Gelber Reishi, Yellow Reishi, Ganoderma curtisii, Reinkultur, Petrischale, Pilzzucht

Ganoderma curtisii
Meine Sorte: SE 038

Ganoderma martinicense, Martinique-Lackporling, Reinkultur, Petrischale, Pilzzucht

Ganoderma martinicense
Meine Sorte: SE 175

Moderne Nutzung und Forschung 

In Asien wird Reishi seit Jahrtausenden als Stärkungsmittel eingesetzt. Seine immunmodulative Wirkweise ist lange bekannt. Während wir uns bei Erkältungen
eine heiße Zitrone machen, greift man dort traditionell zu Reishi-Tee.

Die Wirkung des Pilzes wird schon in den uralten Kräuterbüchern der TCM als ausgleichend und beruhigend beschrieben. Heute gilt Reishi als modernes "Superfood", die Produktion hat industrielle Ausmaße angenommen, zahlreiche Produkte sind erhältlich. Mittlerweile weiß man aber auch, daß zur optimalen Wirksamkeit auf den menschlichen Organismus hochwertige Extrakte viel besser geeignet sind als bloß vermahlenes Pilz- oder Myzelpulver.

Auch andere Nutzungen von Reishi sind bekannt: Bestimmte Stämme bilden das perfekte Ausgangsmaterial für Mycomaterial, da sie besonders dichtes Myzel erzeugen. Auch im künstlerisch/ floristischen Bereich hat sich Reishi in Europa und den USA in den letzten Jahrzehnten einen Marktanteil erobert, besonders große oder schöne Pilze/Skulpturen gelten nicht nur in Asien als ultimatives Dekor und werden hoch bezahlt.

Einschätzung der am Markt erhältlichen Produkte


Fruchtkörper, erzeugt auf Holzsubstraten, Sägemehlblöcken oder Stämmen. Diese werden getrocknet und sind in ganzer Form oder zerkleinert erhältlich. Von Stücken, Scheibchen, Raspeln, Granulaten bishin zu Pulver erhalten Sie verschiedene Körnungen des Pilzes in roher Form. Die feinste Vermahlung zu "Shellbroken-Qualität",  bei der die Pilze mit Spezialmühlen bis auf Puderform heruntergebrochen werden, um eine optimale  Verfügbarkeit zu gewährleisten, gilt als gängige und günstige Handelsware. Leider sind stark vermahlene Produkte der vorschnellen Oxidation ausgesetzt und verlieren ihre Wirstoffe schneller als unzerteilte Fruchtkörper. Nachteil ist auch der generell hohe Chitinanteil, der die Verdaubarkeit erschwert und die Bioverfügbarkeit begrenzt. Hauptlieferant ist China.


"Extrakte" aus einfach getrockneten Pilzen, anschließend vermahlen und ggfs. verkapselt. Theoretisch dürfen EU-Händler getrocknete, gemahlene Fruchtkörper bereits als "Extrakt" anbieten, weil das (sehr wenige) Wasser entzogen wurde. Weil Reishis generell nur wenig Wasser enthalten ist das Extraktionsverhältnis aber oft lediglich 1,5 :1. (1,5  Kilo Frischpilze verarbeitet zu 1 Kg "Extrakt") Bioverfügbarkeit eher gering, hoher Chitinanteil, oftmals aus China.


Extrakte aus wässriger Lösung. Dabei werden die getrockneten Pilze ausgekocht, der "Tee" gefriergetrocknet. Das jahrzehntelang gängigste Verfahren für Produkte aus Fernost. Das Endprodukt ist ein feines helles Pulver. Die Konzentration der Wirkstoffe ist oft sehr hoch, allerdings werden bei dem einfachen Verfahren die fettlöslichen Triterpene nicht mitgenommen. Geschmack eher mild, kaum bitter. Verfälschungen durch Streckung mit Milchzucker sind bei Billigprodukten eher die Regel als die Ausnahme. 


Doppelextrakte, auch Dualextrakte genannt. Dabei werden Fruchtkörper mittels wässriger und alkoholischer Lösung "ausgelaugt". Über Konzentrationen schweigen sich Hersteller oft aus. Wenn das Produkt nicht mit geeigneten Destillationstechniken aufkonzentriert wurde (um das Wasser und den Alkohol wieder zu entziehen) kann es sein, daß ihr Produkt nur ein ganz dünner Extrakt ist, der seinen Namen eigentlich nicht verdient. Beispiel: Wenn Sie aus einem Kilogramm frischem Reishi einen Liter Dualextrakt gewinnen, ist das strenggenommen noch kein Extrakt. Am Markt erhältlich sind Tinkturen, aus Lagerungsgründen häufig mit einem Alkoholgehalt von mindestens 25%. Bei hochwertigen Produkten wurde das Wasser und der Alkohol schonend entfernt, dann erhält man ein (oftmals verkapseltes) braunes Pulver mit teilweise sehr hohen Konzentrationen von bis zu 50:1,  (50 Kilogramm frische Fruchtkörper, aufkonzentriert  zu 1 Kg Extrakt), welches sehr intensiv und bitter schmeckt und vom Körper leicht resorbiert wird. Solche Produkte stammen oft aus europäischer Produktion.

       

Getrocknetes Myzel aus dem Bioreaktor („Liquid fermentation“).
Eine sterile Nährlösung wird mit einer Reinkultur beimpft. Im Prinzip nichts anderes als die Flüssigbrut-Herstellung in meinem Labor, bloß in XXXL. Das gewonnene Myzel wird abgefiltert, getrocknet, pulverisiert und von China aus weltweit als (verkapseltes) Pulver vertrieben. Geschmack: Mild, kaum bitter.  Oftmals hohe Konzentrationen, gute Bio-Verfügbarkeit, aber eben leider nur aus dem Myzel gewonnen, nicht aus dem Fruchtkörper.  Verfälschungen mit Milchzucker, Füllstoffen oder Pulvern von anderen Pilzen sind auch bei diesem Produkt keine Seltenheit, eher die Regel. Schauen Sie ganz genau aufs Etikett!


Vom Pilz besiedelte Getreidekörner. Die einfachste Variante. Die Körner werden nach der Myzelisierung getrocknet, vermahlen und oftmals verkapselt. Viele Produkte aus den USA werden auf diese einfache Weise hergestellt. Konzentration an Inhaltsstoffen ohne nachgehende Aufreinigung eher gering,  bei Verwendung von Biogetreide aber ein sehr sauberes, schnelles und sicheres  Verfahren. Viele Hobbyisten nehmen ihre Reishis auf diese Weise ein, da keine Fruchtkörperproduktion mit einhergehender Sporentwicklung nötig ist. Nachteil: Auch bei diesem Verfahren muß der Erzeuger hinnehmen, daß keine echten  Fruchtkörper oder Sporen in die Verarbeitung gelangen, sondern nur das Pilz-Myzel.


Aber Vorsicht: Die Qualitäten am Markt unterscheiden sich enorm. Studien aus den USA zeigen, dass viele Produkte nur Spuren der versprochenen Inhaltsstoffe enthalten und/oder mit billigen Zusätzen gestreckt wurden.

Produkte aus China gelten mir trotz möglichem Biosiegel als nicht vertrauenswürdig. Umweltregelungen, hygienische Richtlinien, Arbeitsbedingungen und die verwendeten Substrate im Reich der Mitte unterscheiden sich noch immer stark von europäischen oder amerikanischen Standards. Immer wieder werden in Pilzen aus China unverhältnismäßig hohe Schwermetall-Mengen entdeckt. Zudem werden standardmäßig alle Pilze und Pilzprodukte vor dem Versand nach Europa mit Gammastrahlen behandelt.
Viele naturverbundene Konsumenten halten bestrahlte Pilz-Erzeugnisse
für energetisch/ feinstofflich "tot" und daher nur für beschränkt wirksam.

Das Gegenmittel der Wahl: Erzeugen Sie Ihr Rohmaterial für Extrakte aller Art einfach selbst, die Zucht und Aufwertung hochwertiger Medizinalpilze zu Tinkturen und Extrakten ist heutzutage kinderleicht. In meinem Shop biete ich Ihnen die größte Auswahl an medizinisch bedeutsamen Lackporlingen und anderen Vitalpilzen europaweit.

 

Pharmakologische Bedeutung 

Reishi wird eine Vielzahl von Wirkungen zugeschrieben, darunter:

  •  Immunmodulation  (Gao et al. 2003, Wasser 2014).
  •  Tumorhemmende Effekte, z. B. durch Triterpene wie Ganoderinsäuren 
    (Paterson 2006, Cheng et.al. 2020).
  •  Entzündungshemmende Eigenschaften (Zhu et al. 2012). 

Seit August 2023 ist zudem genauer bekannt, welcher Inhaltsstoff bestimmter Reishi-Arten eine gezielte Wirkung auf Krebszellen entfaltet und wie der molekulare Signalweg verläuft. Dennoch warnen Fachleute vor Übertreibungen – Reishi ist ein vielversprechender Medizinalpilz, aber kein Allheilmittel. 

Fazit/ Zusammenfassung

Reishi ist weniger eine einzelne Art als ein Kultur- und Sammelbegriff. Was in Japan „Reishi“ und in China „Lingzhi“ heißt, meint heute vor allem Ganoderma sichuanense, daneben aber auch verwandte Arten. Ganoderma lucidum dagegen bleibt ein vorwiegend europäischer Pilz, der nie der „Pilz der Unsterblichkeit“ war.

Für die Praxis bedeutet das: Nur mit klarer Artbestimmung, ehrlicher Deklaration und sauberer Qualitätssicherung kann Reishi als Heilmittel oder Nahrungsergänzung zuverlässig wirken – und den Ruf behalten, der ihm seit Jahrtausenden vorauseilt. 




Literatur (Auswahl)

 ·

  • Hennecke F, et.al. (2016)  Distinguishing commercially grown Ganoderma lucidum from Ganoderma lingzhi from Europe and East Asia on the basis of morphology, molecular phylogeny, and triterpenic acid profiles https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0031942216300413

 

  • Paterson RRM. (2006): Ganoderma – A therapeutic fungal biofactory. Phytochemistry 67: 1985–2001.


  • Wasser SP. (2014): Medicinal mushroom science: history, current status,
    future trends. Int J Med Mushrooms 16(1): 1–16.


  • Loyd AL, Richter BS, Jusino MA, Truong C, Smith ME, Blanchette RA. (2018): Identifying the “mushroom of immortality”: Assessing the Ganoderma species composition in commercial Reishi products. Fungal Ecology 34: 1–11. https://www.frontiersin.org/journals/microbiology/articles/10.3389/fmicb.2018.01557/full

 

  • Ding-Tao Wu, Yong Deng, Ling-Xiao Chen, Jing Zhao, Anton Bzhelyansky & Shao-Ping Li  Evaluation on quality consistency of Ganoderma lucidum dietary supplements collected in the United States Evaluation on quality consistency of Ganoderma lucidum dietary supplements collected in the United States https://www.nature.com/articles/s41598-017-06336-3